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JugendBrass trifft Partnerstädte: Unsere Konzertreise 2026

  • 25. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

„…39, 40, 41 – alle da!“

Bevor unser Bus nach jeder Pause weiterfahren konnte, wurde erst einmal gemeinsam durchgezählt. Ein kleines Ritual, das uns die gesamte Konzertreise begleitete. Besonders unsere jüngsten Mitreisenden warteten jedes Mal gespannt auf ihre Zahl und sorgten mit ihrem Ruf regelmäßig für ein Lächeln im ganzen Bus. Diese kleinen Momente standen sinnbildlich für unsere Konzertreise: zehn Tage voller Musik, Begegnungen und Gemeinschaft.


Vom 10. bis 19. Juli 2026 waren wir unter dem Motto „JugendBrass trifft Partnerstädte“ in Tschechien, Österreich, Bosnien und Herzegowina sowie Ungarn unterwegs. Vier Länder, zahlreiche Konzerte und viele Begegnungen machten die Reise zu einem prägenden Erlebnis unseres Jubiläumsjahres.


Eine Besonderheit dieser Konzertreise war die musikalische Leitung des Orchesters. Da unser Dirigent Sebastian Linz nicht an der Reise teilnehmen konnte, übernahmen Tim, Marlene, Robert und Lukas, die erst kürzlich den C-Kurs erfolgreich abgeschlossen hatten, diese Aufgabe. Jede*r von ihnen war für feste Werke des Konzertprogramms verantwortlich und dirigierte diese während der gesamten Reise. Neben dem eigenen Musizieren bedeutete das eine zusätzliche Verantwortung, die viel Einsatz und Konzentration erforderte. Umso dankbarer sind wir, dass sie diese Doppelrolle übernommen und unsere Konzertreise mit großem Engagement musikalisch begleitet haben. Mit ihrem Einsatz haben sie wesentlich zum Gelingen der Reise beigetragen.


Gelungener Auftakt in Brünn

Unsere erste Station war Brünn. Nach einer Stadtführung durch die tschechische Stadt stand bereits das erste Konzert der Reise auf dem Programm. Im Rahmen des Festivals Uprostřed präsentierten wir unser Konzertprogramm unter freiem Himmel und bei hochsommerlichen Temperaturen sowie strahlendem Sonnenschein. Trotz kleiner Startschwierigkeiten gelang uns ein gelungener Auftakt.

Auch die erste organisatorische Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten: Das Abendessen verzögerte sich deutlich. Mit viel Geduld, guter Stimmung und zahlreichen Gesprächen wurde aber auch diese Situation miteinander gemeistert.


Musikalische Begegnungen in Graz

Von Brünn führte uns die Reise weiter nach Graz. Dort erwartete uns ein besonderes musikalisches Erlebnis: Auf Einladung der Postmusik Graz durften wir ein Gemeinschaftskonzert im Minoritenkloster gestalten. Zunächst lauschten wir dem abwechslungsreichen Programm unserer Gastgeber, bevor wir selbst die Bühne übernahmen. Ein besonderer Moment des Konzerts waren schließlich zwei Werke, die beide Orchester gemeinsam aufführten. Dies war ein schönes Beispiel dafür, wie unkompliziert Musik Menschen miteinander verbindet.

Natürlich blieb auch Zeit, Graz bei einer Stadtführung zu entdecken. Dabei erfuhren wir einiges über die Geschichte der Stadt: vom einst kahlen Schlossberg bis zum berühmten Grazer Panther. Auf dem Weg nach Bosnien und Herzegowina überraschte uns unser Busfahrer Tilo außerdem mit einem ungeplanten Zwischenstopp an der Pfarrkirche Thal-St. Jakob, in der Arnold Schwarzenegger getauft wurde.

Die Weiterfahrt nach Travnik wurde mit Bingo, Gesprächen und der obligatorischen Pause mit heißen Würstchen kurzweilig gestaltet. So vergingen auch mehrere Stunden Busfahrt wie im Flug.


Zu Gast in unserer Partnerstadt Travnik

Mit Travnik erreichten wir das Hauptziel unserer Konzertreise. In der Partnerstadt Leipzigs wurden wir von Beginn an herzlich empfangen und konnten in den folgenden Tagen Musik, Kultur und Gastfreundschaft auf besondere Weise erleben.

Bei einer Stadtführung erfuhren wir viel über die Geschichte Travniks und die Verbindung zu Leipzig. Ein besonderer Moment war der Besuch am Leipziger Platz. Das Team des Leipziger Cafés lud unser gesamtes Orchester auf eine Kugel Eis ein. Es war eine herzliche Geste, die wir mit einem kleinen musikalischen Dankeschön erwiderten.

Musik durfte natürlich auch abseits des Konzertsaals nicht fehlen. Mit spontanen Minikonzerten auf dem Leipziger Platz und dem Stadtplatz sorgten wir für neugierige Blicke, viele stehenbleibende Zuhörer*innen und begeisterten Applaus. Schnell sprach sich in der Stadt herum, dass das Orchester aus Leipzig zu Gast war. Immer wieder kamen Menschen mit uns ins Gespräch und lauschten unserer Musik.

Im Kulturzentrum, unserem Konzertort für die folgenden Tage, machten wir uns bei einer ersten Probe mit Bühne und Akustik vertraut und stimmten uns auf das bevorstehende Konzert ein.


Geschichte erleben und Kultur entdecken

Neben der Musik bot die Reise auch Raum, Bosnien und Herzegowina näher kennenzulernen. Ein gemeinsamer Tagesausflug führte uns nach Sarajevo. Bereits auf der Busfahrt stimmten einige Orchestermitglieder mit einem kurzen Überblick über die Geschichte des ehemaligen Jugoslawiens und den Bosnienkrieg auf den Tag ein.

In Sarajevo besuchten wir zunächst das Tunnelmuseum und erhielten anschließend bei einer Stadtführung spannende Einblicke in die bewegte Geschichte der Stadt. Besonders beeindruckend war die kulturelle Vielfalt Sarajevos: Moscheen, Kirchen und Synagogen prägen das Stadtbild und zeigen, wie verschiedene Religionen und Kulturen hier seit Jahrhunderten aufeinandertreffen. Natürlich blieb auch Zeit, die Altstadt auf eigene Faust zu erkunden und das ein oder andere Souvenir mit nach Hause zu nehmen.


Unberührte Natur und ein gelungener Abschied

Ein besonderes Erlebnis war die gemeinsame Wanderung auf den Vlašić. Nach dem Aufstieg wurden wir an einer Berghütte herzlich empfangen und mit regionalen Spezialitäten verwöhnt. Während traditionelle Musik erklang und für unsere jüngsten Mitreisenden sogar das ein oder andere Kinderlied angestimmt wurde, genossen wir eine typische bosnische Limonade und später einen bosnischen Kaffee. Dabei blieb genügend Zeit, die beeindruckende Landschaft und die herzliche Gastfreundschaft auf uns wirken zu lassen. Der Blick vom Aussichtspunkt über die umliegenden Berge wird vielen von uns noch lange in Erinnerung bleiben. Auf dem Rückweg durfte natürlich auch ein kurzer Halt zum Honigkauf nicht fehlen.

Am Abend stand schließlich unser Konzert im Kulturzentrum Travnik auf dem Programm. Nach mehreren Tagen voller Begegnungen und besonderer Erlebnisse bildete es den krönenden Abschluss unseres Aufenthalts in der Partnerstadt Leipzigs. Das Publikum bereitete uns einen herzlichen Empfang und verabschiedete uns mit lang anhaltendem Applaus.


Ein stimmungsvoller Abschluss in Budapest

Nach den ereignisreichen Tagen in Bosnien und Herzegowina führte uns die Reise zum Abschluss nach Budapest. Neben Zeit, die Stadt in kleinen Gruppen zu erkunden, stand auch eine Schifffahrt auf der Donau auf dem Programm. Dabei konnten wir die ungarische Hauptstadt noch einmal aus einer ganz besonderen Perspektive erleben.

Den musikalischen Schlusspunkt setzte unser letztes Konzert direkt an der Donau. Bei sommerlichen Temperaturen und stimmungsvoller Abenddämmerung durften wir unsere Konzertreise ein letztes Mal musikalisch ausklingen lassen. Die besondere Kulisse machte diesen Auftritt zu einem würdigen Finale.

Den letzten Abend verbrachten wir gemeinsam in einem Restaurant in Budapest. Zwischen gutem Essen, vielen Gesprächen und den ersten Geschichten, die vermutlich noch lange weitererzählt werden, wurde schnell deutlich, wie viele Erinnerungen in nur zehn Tagen entstanden waren.


Mehr als nur eine Konzertreise

Natürlich bestand unsere Reise nicht nur aus Konzerten. Lange Busfahrten wurden mit Bingo, Kartenspielen, Musik, Gesprächen und jeder Menge guter Laune gefüllt. Es wurde viel gelacht, und zahlreiche Insider wurden geboren, die uns sicherlich noch lange durch die Proben begleiten werden.

Rückblickend war diese Konzertreise weit mehr als eine Reihe von Konzerten. Sie bot Raum für musikalischen Austausch, spannende Begegnungen, kulturelle Eindrücke und viele besondere Momente. Gerade diese Mischung macht Konzertreisen so wertvoll und stärkt nicht nur unser musikalisches Zusammenspiel, sondern auch unsere Gemeinschaft als Orchester.


Ein herzliches Dankeschön gilt allen Gastgeber*innen, unseren Partnerorganisationen in den verschiedenen Städten, dem Organisationsteam, unserem Busfahrer Tilo von Geißler Reisen sowie allen Unterstützer*innen, die diese Reise möglich gemacht haben. Ebenso bedanken wir uns bei unserem Publikum für den herzlichen Empfang und den großen Applaus bei jedem unserer Auftritte.


Und bevor unser Bus schließlich ein letztes Mal Richtung Leipzig rollte, durfte natürlich auch das letzte Durchzählen nicht fehlen. Ein letztes Mal hieß es: „…39, 40, 41 – alle da!“


Und wie geht es weiter?

Lange Zeit zum Durchatmen bleibt nicht:

  • 08. August 2026: Jubiläumsfeier 70 Jahre JugendBrass Leipzig e.V.

  • 16. August 2026: Open-Air-Konzert „Ganz großes Kino!“ im Barockgarten des Gohliser Schlösschens. (Vorverkauf läuft bereits!)


Wir freuen uns darauf, euch dort wiederzusehen!


pg

 
 
"Alle haben mich ermutigt weiter zu machen, als der erste Ton zu hören war."
- Lilli | Flügelhorn
"Den Alltagsstress vergessen, Genuss für die Ohren und das Gemüt. Das macht uns aus."
- Jens | Trompete

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